Skip links

Kontemplation

Institut für Achtsamkeit, Intuition und ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung

Navigation

Informationen und Termine

Achtsamkeit & Intuition informiert regelmäßig über neue Angebote, veröffentlichte Beiträge und geplante Veranstaltungen. Alle neuen Abonnenten erhalten das Handbuch „Achtsamkeit & Intuition“ als Willkommensgeschenk.

Kommende Seminare

Komplettes Seminarprogramm

Social Networks

Das Buch "Achtsamkeit für Skeptiker" von Renato Kruljac

Das Buch "Innerer Kompass Intuition: Orientierung finden und sich selbst vertrauen“ von Renato Kruljac

Was ist Kontemplation?

Stille · Gegenwärtigkeit · Erfahrung

In die Gegenwärtigkeit des Lebens eintreten

Kontemplation ist ein Weg in die Stille – und zugleich ein Weg mitten hinein ins Leben.

Im Mittelpunkt steht eine sehr einfache Praxis: sitzen, schweigen, wahrnehmen und gegenwärtig sein. Für eine Zeit lassen wir das gewohnte Tun, Planen, Bewerten und Erklären ruhen und wenden uns dem zu, was jetzt da ist.

Nicht, um einen besonderen Zustand zu erzeugen.
Nicht, um Gedanken mit Gewalt abzuschalten.
Und auch nicht, um dem Leben zu entkommen.

Kontemplation ist vielmehr ein Einüben in die Gegenwärtigkeit des Lebens. In der Kontemplationslinie „Wolke des Nichtwissens“ wird sie entsprechend als ein Weg beschrieben, der über die Übung des gegenwärtigen Augenblicks in eine tiefere Seinserfahrung führen kann. Die Linie wurde von Willigis Jäger gegründet, um mystische Erfahrungswege aus westlichen und östlichen Weisheitstraditionen für Menschen unserer Zeit zugänglich zu machen. Mehr zur Kontemplationslinie →

Im stillen Sitzen können wir erfahren, wie sehr unser Alltag gewöhnlich von Gedanken, Vorstellungen, Erwartungen und Bewertungen bestimmt wird. Wir erinnern uns an Vergangenes, planen Zukünftiges, beurteilen uns selbst und andere – und übersehen dabei leicht den Augenblick, in dem unser Leben tatsächlich stattfindet.

Die kontemplative Praxis lädt dazu ein, immer wieder zurückzukehren:

zum Atemzum Körperzur Stillezum gegenwärtigen Augenblick

Ein Weg der Erfahrung

Kontemplation hat tiefe Wurzeln in der christlichen Mystik. Menschen suchten in Gebet, Schweigen und innerer Sammlung seit Jahrhunderten nicht nur nach einem gedanklichen Verständnis des Göttlichen, sondern nach einer unmittelbaren Erfahrung.

Genau hier liegt für mich etwas Wesentliches:

Kontemplation möchte nicht nur etwas erklären. Sie möchte etwas erfahrbar werden lassen.

Wir können viel über Stille, Bewusstsein, Verbundenheit oder Einheit lesen. Aber ähnlich wie bei der Meditation beginnt ein anderes Verstehen dort, wo wir selbst üben und erfahren.

Man könnte sagen: Der Verstand bleibt wichtig – aber er ist nicht das einzige Instrument, mit dem wir Wirklichkeit erfahren.

Christliche Wurzeln – überkonfessionell offen

Auch wenn Kontemplation aus der christlich-mystischen Tradition hervorgegangen ist, verstehe ich sie als einen überkonfessionellen Erfahrungsweg.

Es ist nicht notwendig, einer bestimmten Kirche oder Religion anzugehören oder bestimmte Glaubenssätze zu übernehmen, um sich auf Stille und kontemplative Praxis einzulassen.

Menschen können Erfahrungen tiefer Gegenwärtigkeit, Weite oder Verbundenheit sehr unterschiedlich deuten.

Der eine spricht vielleicht von Gott. Eine andere von Einheit oder Verbundenheit. Jemand anderes von Bewusstsein, einer tiefen Erfahrung des Seins oder schlicht von einem Moment, in dem die gewohnte Trennung zwischen sich selbst und dem Leben weniger bestimmend wird.

Für mich ist nicht entscheidend, welcher Begriff anschließend gewählt wird.

Die Erfahrung kommt zuerst. Die Begriffe kommen danach.

Gerade deshalb kann Kontemplation auch für Menschen interessant sein, die sich keiner religiösen Tradition zugehörig fühlen, aber offen dafür sind, Bewusstsein, Stille und die tieferen Dimensionen des eigenen Erlebens zu erforschen.

Transrational und transpersonal

Kontemplative Erfahrungen können eine Dimension berühren, die ich als transrational und transpersonal bezeichnen würde.

Transrational

Transrational bedeutet dabei nicht irrational oder gegen den Verstand gerichtet. Es meint Erfahrungen, die sich durch rationales Denken allein nicht vollständig erfassen oder beschreiben lassen.

Transpersonal

Transpersonal weist darauf hin, dass das gewohnte Erleben eines klar abgegrenzten „Ich“ zeitweise in den Hintergrund treten kann. Menschen berichten dann beispielsweise von tiefer Verbundenheit, Weite, Einheit oder einer außergewöhnlichen Form von Gegenwärtigkeit.

Wie solche Erfahrungen interpretiert werden, hängt auch von unserer Biografie, Kultur und Weltanschauung ab. Eine spirituelle oder mystische Erfahrung muss deshalb nicht zwangsläufig mit einem bestimmten religiösen Weltbild verbunden sein; auch nichtreligiöse mystische Erfahrungen werden in der Fachliteratur beschrieben und untersucht. Zum Fachbeitrag über nichtreligiöse mystische Erfahrungen →

Für mich berühren sich an dieser Stelle auch Kontemplation, Intuition und Transzendenz.

Wenn das gewohnte Denken für einen Moment stiller wird, können andere Formen des Wahrnehmens deutlicher werden: ein unmittelbares Gespür, körperliche Resonanz, eine innere Stimmigkeit oder eine Erfahrung, die sich nicht sofort begrifflich erklären lässt.

Dabei gilt für mich auch hier: Solche Erfahrungen sind wertvoll – aber nicht automatisch unfehlbar. Sie brauchen Wahrnehmung, Reflexion und manchmal auch kritische Prüfung.

Mehr zum Thema: Was ist Intuition? →

Nicht weg vom Leben – sondern tiefer hinein

Kontemplation ist für mich keine Weltflucht.

Willigis Jäger verstand den mystischen Weg ausdrücklich so, dass er aus der Versenkung wieder zurück in die Welt und in die Verantwortung führt. Mehr über Willigis Jäger →

Genau dort zeigt sich für mich, was eine spirituelle Praxis trägt.

Was bedeutet unsere Stille, wenn wir anschließend einem schwierigen Menschen begegnen?
Was bleibt von unserer Meditation, wenn wir unter Druck geraten?

Werden wir aufmerksamer? Mitfühlender? Freier von automatischen Reaktionen?
Können wir klarer wahrnehmen, was wirklich wesentlich ist?

Nicht außergewöhnliche Erfahrungen allein sind deshalb das Ziel. Entscheidend ist, wie wir unser gewöhnliches Leben leben.

Kontemplation kann uns dabei helfen, nicht jedem Gedanken folgen zu müssen, Unsicherheit besser auszuhalten, feiner wahrzunehmen und dem Leben unmittelbarer zu begegnen.

Nicht weg vom Leben – sondern tiefer hinein.

Die Praxis der Kontemplation

Im Zentrum steht das Sitzen in Stille.

Je nach Übungsweg können achtsames Gehen, Körperwahrnehmung, Rezitation, kurze Impulse oder persönliche Begleitung hinzukommen. Entscheidend ist jedoch weniger die äußere Form als die innere Haltung: wach, offen und gegenwärtig zu bleiben.

Mit der Zeit kann sich unser Verhältnis zu Gedanken, Gefühlen und inneren Impulsen verändern.

Gedanken dürfen kommen und gehen, ohne dass wir jeden weiterdenken müssen. Gefühle dürfen wahrgenommen werden, ohne sie sofort verändern zu müssen. Und manchmal entsteht eine Stille, die mehr ist als die bloße Abwesenheit von Geräuschen.

Eine Stille, in der wir uns selbst und dem Leben auf eine andere Weise begegnen.

Kontemplation ist für mich deshalb kein Weg, um jemand anderes zu werden.

Sie ist vielmehr eine Einladung, nach und nach etwas von dem loszulassen, was wir ständig über uns selbst und die Welt erzählen – und unmittelbarer mit dem in Berührung zu kommen, was ist.

Oder ganz einfach:

Still werden, gegenwärtig sein und dem Leben erlauben, sich zu zeigen.

Mein persönlicher Weg

Mein Zugang zur Kontemplation

Meine eigene Praxis wurde wesentlich durch meinen Lehrer Willigis Jäger geprägt. Heute bin ich Kontemplationslehrer der Linie „Wolke des Nichtwissens“.

Dabei ist mir wichtig, die Tiefe dieses Weges in einer Sprache zu vermitteln, die auch Menschen unserer Zeit zugänglich ist – unabhängig davon, ob sie sich christlich, spirituell, konfessionsfrei oder einfach als neugierig auf die Erfahrung von Stille und Bewusstsein verstehen.

Kontemplation beginnt für mich nicht mit einer bestimmten Überzeugung.

Sie beginnt mit der Bereitschaft, still zu werden und zu erfahren.